Finanzbegriffe einfach erklärt
Alle wichtigen Begriffe rund um das Altersvorsorgedepot, ETFs und Altersvorsorge — klar definiert, ohne Fachjargon.
Ein neues staatlich gefördertes Wertpapierdepot, das ab 2027 in Deutschland verfügbar sein soll. Es ermöglicht die direkte Anlage in ETFs mit staatlicher Förderung — moderner und flexibler als die Riester-Rente. Das Depot gilt als möglicher Nachfolger des bisherigen Riester-Systems.
Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden und erzielte Erträge regelmäßig — meist quartalsweise oder jährlich — an den Anleger aus. Im Gegensatz dazu reinvestieren thesaurierende ETFs diese Erträge automatisch. Für die Altersvorsorge sind thesaurierende ETFs häufig vorteilhafter, da der Zinseszinseffekt stärker wirkt.
Ein Vergleichsindex, an dem die Wertentwicklung eines ETFs gemessen wird. Ein ETF, der den MSCI World abbildet, hat diesen Index als Benchmark. Je geringer die Abweichung vom Benchmark (Tracking Error), desto besser bildet der ETF den Index nach.
Eine Anlage gilt als breit diversifiziert, wenn das Kapital auf viele verschiedene Unternehmen, Branchen und Regionen verteilt ist. Ein MSCI World ETF z.B. enthält über 1.500 Unternehmen aus 23 Ländern. Breite Diversifikation reduziert das Risiko, dass der Ausfall einzelner Unternehmen das Gesamtportfolio stark beeinträchtigt.
Ein börsengehandelter Indexfonds, der einen bestimmten Index — z.B. den MSCI World oder den DAX — möglichst genau nachbildet. ETFs sind in der Regel günstig (niedrige TER), transparent und können wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Sie bilden die Anlagebasis des neuen Altersvorsorgedepots.
Schutz für Bankguthaben bis 100.000 € pro Kunde und Bank durch den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds. Wichtig: ETFs fallen nicht unter die Einlagensicherung, sind aber als Sondervermögen davon unabhängig geschützt — sie gehören rechtlich dem Anleger und nicht der Bank.
Finanzielle Unterstützung durch den Staat für private Altersvorsorgebeiträge. Beim neuen Altersvorsorgedepot soll der Staat Einzahlungen ähnlich wie bei Riester direkt bezuschussen. Details zu Förderbetrag und Einkommensgrenzen werden bis 2026 gesetzlich festgelegt.
Eine Rentenversicherung, bei der das Kapital in Investmentfonds angelegt wird. Im Gegensatz zum Altersvorsorgedepot wird hier ein teurer Versicherungsmantel mitbezahlt, der die Rendite erheblich mindern kann. Das neue Altersvorsorgedepot soll diese Kosten vermeiden.
Ein Auftrag an deine Bank, Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag (1.000 € für Einzelpersonen, 2.000 € für Ehepaare) steuerfrei zu stellen. Ohne Freistellungsauftrag behält die Bank automatisch Abgeltungssteuer von Dividenden und Kursgewinnen ein.
Ein Fonds, der einen bestimmten Börsenindex möglichst exakt nachbildet, anstatt aktiv vom Fondsmanager gesteuert zu werden. Da kein teures Fondsmanagement nötig ist, sind Indexfonds deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. ETFs sind die bekannteste Form der Indexfonds.
Einer der bekanntesten Aktienindizes weltweit. Er enthält über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern und gilt als Basisinvestment für viele langfristige Anlagestrategien. Ein ETF auf den MSCI World ist für viele Anleger der Einstieg in die globale Aktienanlage.
Die Gesamtheit aller Geldanlagen einer Person — also die Zusammenstellung aus ETFs, Aktien, Anleihen, Tagesgeld und anderen Vermögenswerten. Ein gut strukturiertes Portfolio ist breit diversifiziert und auf den persönlichen Anlagehorizont und die Risikobereitschaft abgestimmt.
Die regelmäßige Anpassung eines Portfolios auf seine ursprünglich gewünschte Gewichtung. Wenn z.B. Aktien-ETFs stark gestiegen sind und nun einen zu großen Anteil ausmachen, verkauft man einen Teil und kauft andere Positionen nach. Rebalancing stellt sicher, dass das Risikoprofil konstant bleibt.
Staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt, das 2002 in Deutschland eingeführt wurde. Meist als Versicherungsprodukt aufgesetzt, gilt Riester wegen hoher Kosten und geringer Flexibilität als reformbedürftig. Das neue Altersvorsorgedepot soll das Riester-System modernisieren und perspektivisch ablösen.
Staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt, das vor allem für Selbstständige und Gutverdiener attraktiv ist. Beiträge sind steuerlich absetzbar, jedoch sind Auszahlungen strikt an das Rentenalter gebunden und nicht kapitalisierbar. Weniger flexibel als das neue Altersvorsorgedepot.
ETFs und Investmentfonds gelten rechtlich als Sondervermögen: Das Fondsvermögen ist vom Vermögen der Fondsgesellschaft oder Depotbank getrennt. Im Falle einer Insolvenz des Anbieters bleibt das in ETFs investierte Kapital geschützt und gehört weiterhin dem Anleger.
Der jährliche Freibetrag für Kapitalerträge: 1.000 € für Einzelpersonen, 2.000 € für gemeinsam veranlagte Ehepaare. Erträge bis zu dieser Grenze sind steuerfrei. Darüber hinaus fällt Abgeltungssteuer (25 % + Solidaritätszuschlag) an. Über den Freistellungsauftrag wird dieser Betrag geltend gemacht.
Eine Vereinbarung mit dem Depotanbieter, regelmäßig einen festen Betrag automatisch in einen ETF zu investieren — z.B. 50 € monatlich. Durch den sogenannten Cost-Average-Effekt kauft man bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger, was das Timing-Risiko langfristig reduziert.
Die Gesamtkostenquote eines ETFs — ausgedrückt als Prozentsatz des Fondsvermögens pro Jahr. Ein TER von 0,20 % bedeutet: 2 € jährliche Kosten auf 1.000 € Anlage. Beim Vergleich von ETFs ist ein möglichst niedriger TER wichtig, da diese Kosten direkt die Rendite mindern.
Thesaurierende ETFs reinvestieren alle erwirtschafteten Dividenden und Erträge automatisch, anstatt sie auszuschütten. Das führt zum Zinseszinseffekt: Erträge erwirtschaften selbst wieder Erträge. Für langfristige Altersvorsorge ist das in der Regel die renditestärkere Variante gegenüber ausschüttenden ETFs.
Die Abweichung der tatsächlichen ETF-Wertentwicklung von seinem Vergleichsindex (Benchmark). Ein niedriger Tracking Error zeigt, dass der ETF seinen Index sehr genau abbildet. Neben dem TER ist der Tracking Error ein wichtiges Qualitätsmerkmal beim ETF-Vergleich.
Eine weit verbreitete passive Anlagestrategie, bei der das Kapital über einen oder mehrere ETFs global breit gestreut wird — typischerweise über Industrieländer (MSCI World) und Schwellenländer (MSCI Emerging Markets). Das Weltportfolio gilt als solide Basis für eine langfristige Altersvorsorge.
Der Effekt, bei dem nicht nur das ursprünglich angelegte Kapital Rendite erwirtschaftet, sondern auch die bereits erzielten Erträge. Wer früh anfängt, profitiert exponentiell: 100 € monatlich ab dem 25. Lebensjahr können bei Renteneintritt mehr als doppelt so viel ergeben wie dieselbe Summe ab dem 35. Lebensjahr — bei gleicher Rendite.
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